Passionszeit 2022

Unter „Passionszeit“ verstehen die Kirchen die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Passion heißt: Leidenschaft. Vergleichbar dem islamischen Ramadan gilt diese Zeit in der kirchlichen Tradition als eine Fastenzeit und als Zeit des bewussten Verzichts - in Erinnerung an das Unrecht und die Gewalt, die Jesus von Nazareth angetan wurden und schließlich zu seiner Hinrichtung am Kreuz führten.

Passion heißt „Leidenschaft“. Die Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit dieses Wortes geben der Passionszeit ihr besonderes Gepräge. So zieht sich ein weiter Bogen vom leidenschaftlichen und kompromisslosen Eintreten Jesu für Wahrheit, Gerechtigkeit und aufrichtige Gottes-liebe bis hin zu dem, was ihm durch Unrecht und Gewalttaten an Leid zugefügt wurde und Leiden geschaffen hat.

In dieser Zeit sind wir wieder einmal Zeugen eines brutalen Krieges, der wehrlosen Menschen aufgezwungen wird und unendlich viel Leid über sie bringt. Was den Alltag von Menschen in Syrien, Afghanistan, im Jemen  und in vielen anderen Regionen schon seit Jahren bestimmt, ist nun in Europa wieder bittere Realität geworden. Erinnerungen an schreckliche Momente werden auch hierzulande bei einigen  wach. Andere treibt die Sorge um, der Krieg könnte auf weitere Länder übergreifen.

Die Passionszeit legt es uns nahe, leidenschaftlich für Frieden und Versöhnung einzutreten - mit Worten, Taten und Gebeten. Ebenso sind wir aufgefordert, Leid zu lindern und Hilfe zu leisten, wo sie gefordert ist.

Mit friedlichem Gruß 
Ihre 
Pastorin Annette Charbonnier und Pastor Gerd Peter